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Frauenpower im Baugewerbe: Petra Bielmeier

Frauen auf der Baustelle. Eine Seltenheit? Tatsächlich ist die Baubranche schon längst keine reine Männerdomäne mehr. Hier stellen wir deshalb wöchentlich eine Frau vor, die in einem unserer 3.100 Bau- und Ausbaubetriebe tätig ist. Von der Fliesenlegerin bis zur Straßenbauerin und von der Ausbildung bis zum eigenen Unternehmen – diese Frauen zeigen, wie vielfältig und chancenreich Bauberufe für alle sind!

Kurzinterview mit Bauleiterin Petra Bielmeier

Petra Bielmeier arbeitet als Bauleiterin bei der Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH in Cham.

Welche Wege haben Sie zum Bau und zu Ihrem Traumberuf geführt?

Begonnen habe ich mit einer Ausbildung in der Baubranche zur Bauzeichnerin. Während der Ausbildung wurde mir klar, dass ich in die Bauleitung möchte. Um dahin zu gelangen, habe ich auf der BOS das Abitur nachgeholt und anschließend Bauingenieurwesen an der Hochschule in Deggendorf studiert.

Was fasziniert Sie an der Arbeit als Bauleiterin?

Ich habe die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche. Ich bin viel auf der Baustelle unterwegs, um diese zu koordinieren. Besprechungen vor Ort und in Video-Konferenzen mit Bauherren, Projektbeteiligten oder Subunternehmern finden regelmäßig statt. Genauso habe ich aber auch Aufgaben an meinem Schreibtisch im Büro – wie Planstudium, Personalplanung, Terminpläne erstellen, Bestellungen koordinieren oder abrechnen.

Es wird nie langweilig – kaum hat die Woche begonnen, ist sie schon wieder vorbei. Für mich gäbe es nichts Schlimmeres als Langeweile am Arbeitsplatz!

Welche Fähigkeiten fordert Ihr Beruf? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Es gibt keine klassische Ausbildung oder Grundvoraussetzung für die Bauleitung. Im Prinzip kann jeder Bauleiter werden, egal ob Geselle oder Ingenieur. Durch Berufserfahrung, Routine und Fachwissen qualifiziert man sich für diesen Beruf. Üblicherweise hat man einen Meisterbrief, Techniker, Ingenieur oder mehrjährige Berufserfahrung. Man muss in diese Position „reinwachsen“. Abgesehen von fundiertem Fachwissen sollte man auf alle Fälle Teamfähigkeit und Kommunikationsfreude mitbringen. Es ist ein Beruf, der bis zum Berufsende immer neue Herausforderungen mit sich bringen wird: „Man lernt nie aus“.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich bin gerade da angekommen, wo ich hin wollte. Dadurch gehe ich davon aus, dass ich in fünf Jahren für meine berufliche Entwicklung einiges an Erfahrung gewinnen werde.

Was muss sich verändern, damit mehr Frauen Ihren Beruf ergreifen?

Ich denke, dass die Arbeit am Bau in den meisten Köpfen mit hoher, körperlicher Belastung verbunden wird. Aber durch den Einsatz von verschiedensten modernen Maschinen und Geräten werden mittlerweile viele Tätigkeiten optimiert, um körperliche Beanspruchungen zu minimieren. Und das muss an die Gesellschaft herangetragen werden! 

Was würden Sie jungen Frauen raten, die sich eine Karriere in der Baubranche vorstellen können?

Die Baubranche ist sehr abwechslungsreich und ständig im Wandel. Ich rate jeder Frau, die Interesse an diesem Gewerbe hat, dies unbedingt auszuprobieren. Mich persönlich konnte schon ein dreitägiges Praktikum in einer Baufirma begeistern und überzeugen. Von da an wusste ich sofort, in welcher Branche sich mein beruflicher Werdegang abspielen wird.

Video-Interview: